Cobalt Garden
eine Koproduktion mit zamus: zentrum für alte musik (2026)
Ein choreografisches Konzert
COBALT GARDEN
Inspiriert von der Vorstellung eines utopischen Ortes jenseits fester Ordnungen untersucht die Choreografin Stephanie Thiersch in Kooperation mit den Kölner Vokalsolisten das Zusammenleben: Ihr Paradies zeigt sich nicht als vollkommener Zustand, sondern als fragiles Geflecht von Nähe, Zuhören und Verwandlung. Es interessiert sich für Formen des Seins jenseits von Dominanz – für Räume, die sich über Sensibilität, Durchlässigkeit und die bewusste Annahme von Verletzlichkeit organisieren. Doch auch dieser verlockende Garten bleibt brüchig. Unter der Oberfläche von Harmonie öffnen sich emotionale Dunkelräume zwischen Sehnsucht und Kontrollverlust. Licht erscheint darin lediglich als Metapher von Freiheit – flüchtig, vibrierend und nie vollständig erreichbar.
Gemeinsam mit den Tänzerinnen Manon Parent, Magdalena Öttl und Polina Sonis und der japanischen Komponistin Malika Kishino lassen Stephanie Thiersch und das Vokalensemble eine Landschaft aus Atem, Klang und Beziehung entstehen. Werke von Claudio Monteverdi, Carlo Gesualdo und Thomas Tallis begegnen Madrigalen und Arien der Barockkomponistinnen Francesca Caccini und Barbara Strozzi, interpretiert von den Sopranen Natasha Goldberg und Marina Schuchert und Theorbe-Spieler Sören Leupold. Dazu erklingt Kishinos zeitgenössische Vokalkomposition „Iroha Chant”, die von buddhistischen Sutren, Atemrhythmen und der Materialität der Stimme inspiriert ist.
Der Titel verweist auf ein Element von intensiver blauer Leuchtkraft, kostbar, toxisch und alchemistisch zugleich: COBALT GARDEN ist ein Raum der Spannungen, indem sich Licht und Dunkel, Körper und Geist, Zersetzung und Entstehung begegnen.
Seit vielen Jahren lotet die Choreografin Stephanie Thiersch in ihren Arbeiten die Grenzgebiete zwischen Choreografie, Konzert, Musiktheater und Installation aus. Auch in COBALT GARDEN wird diese Bewegung zwischen den Genres selbst zum Material. Es ist ein offenes Experiment, in dem Körper Musik in den Raum tragen, Stimmen sich bewegen und Klang zu Raum wird.
Eine Koproduktion von zamus: zentrum für alte musik und MOUVOIR e. V.
Konzept/Regie/Choreografie: Stephanie Thiersch
Auftragskomposition: Malika Kishino
Chor: Kölner Vokalsolisten
Tanz/Kreation: Magdalena Öttl, Manon Parent, Polina Sonis
Theorbe: Sören Leupold
Choreografische Assistenz: Manon Parent
Kostüm: #31#
Bühne/Licht: Jasper Diekamp
Musik von Johann Hermann Schein, Claudio Monteverdi, Carlo Gesualdo, Thomas Tallis, Francesca Caccini, Barbara Strozzi u. a. sowie ein Kompositionsauftrag von zamus: zentrum für alte
musik (KGAM e. V.) an Malika Kishino, ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung
Die Aufführung in Köln erfolgt in Kooperation mit freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln und TanzFaktur.
Gefördert durch das Kulturmt der Stadt Köln.
MOUVOIR/Stephanie Thiersch wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Fotos: zamus / Good Enough Studio
on Tour:
18.10.2026
Move!
Alte Kirche, Krefeld
30.05.2026, 19.30 h
zamus: early music festival
St. Michael, Köln
