Bilderschlachten/ Batailles d'Images

2019

“Es gibt noch Stücke, die Grenzen verschieben und die Welt der Kunst ein Stück weit verändern. ,Bilderschlachten' von Stephanie Thiersch bietet solch ein Erlebnis, ganz überraschend und daher umso intensiver. (…) Was ,Bilderschlachten' so revolutionär macht, ist der innere Zusammenhalt von Musik und Tanz, ist eine Art Synästhesie der Disziplinen, die sich von Ton und Bewegung auf das Verhältnis zu Raum, Tempo und Ambiente ausweitet. Aus dieser Einheit entsteht ein machtvoller Sog der Freiheit, ein dadaistischer Bildersturm, ein faszinierender Danse macabre der Tanz-, Kunst- und Kulturgeschichte.”
Thomas Hahn, in: tanz (August/September 2019)

“… eine große Erzählung über den augenblicklichen Zustand unserer Zivilisation.”
Bernd Feuchtner, in: tanznetz.de (11. Mai 2019)

“Die Künstlerin sprengt Schranken und verwischt Grenzen für eine Vorstellung, deren visueller Reichtum so groß ist, dass der Betrachter manchmal nicht mehr weiß, wohin er schauen soll.”
Stéphane Cerri, in: Midi Libre (10. Mai 2019)

„[Das] unglaubliche choreografische und musikalische Fresko erschafft wahrhaftige Bilderschlachten. Der Titel ist keine Übertreibung. Selten verlässt man eine Vorstellung und hat das Gefühl, dass wirklich Grenzen überschritten wurden. Hier ist das der Fall.“ Thomas Hahn, in: DANSER – canal historique

Unsere neue Produktion 2019 denkt über Gefräßigkeit nach. Was passiert, wenn die Frage nach den Verhältnismäßigkeiten, nach dem wie viel und wie wenig nicht mehr zu beantworten ist? Wenn wir in einem Referenzsystem von Bekanntem die Orientierung verlieren und das Schöpferische in Frage stellen? In Zusammenarbeit mit der Komponistin Brigitta Muntendorf, dem Asasello Quartett und dem renommierten französischen Orchester Les Siècles und 8 Tänzer*innen entsteht ein Ballett zum Ende der Welt, ein ballet noir, das zügellos in unserer Kulturgeschichte wildert. Das Monumentale und Verschlingende als Sinnbild für Macht und Patriarchat wird künstlerisch mit dem Versuch anstelle des Resultats, mit dem stillen, leisen Widerständigen verflochten.

Thiersch und Muntendorf wollen mit „Bilderschlachten“ ein Nachdenken über den Zustand permanenter Überladung provozieren. Ausgangspunkt ist die exzellent komponierte Zitatenansammlung des Komponisten Bernd Alois Zimmermann „Musique pour les soupers du Roi Ubu“ von 1968, ein musikalischer Gefahrenraum der Maßlosigkeit, des Vulgären und der Machtanhäufung.

CAST

Choreografie/Regie: Stephanie Thiersch
Musikregie/Komposition: Brigitta Muntendorf
Les Siècles Orchester/Dirigent: Benjamin Shwartz
Asasello Quartett: Rostislav Kozhevnikov (1. Violine), Barbara Streil (2. Violine), Teemu Myöhänen (Cello), Justyna Śliwa (Viola)
Lichtdesign: Begoña Garcia Navas
Choreografie/Performance: Fabien Almakiewicz, Neus Barcons, Alexis ‚Maca’ Fernández, Julien Ferranti, Gyung Moo Kim, Alexandra Naudet, Camille Revol, Joel Suárez Gómez
Choreografische Assistenz: Marcela Ruíz Quintero
Kostüm: Sita Messer
Kostümassistenz: João Lamego
Outside Eye: Stawrula Panagiotaki, Fabrice Ramalignom
Fotografie: La French Focale
Produktionsleitung: Karolin Henze, Anna-Mareen Henke
Management: Tanja Baran, Béla Bisom

CREDITS

In Koproduktion mit:
Théâtre de Nîmes (F)
Beethovenfest Bonn
tanzhaus nrw Düsseldorf
ensemblenetzwerk Freihandelszone

In Kooperation mit: Brigitta Muntendorf, dem Asasello Quartett und dem Orchester Les Siècles

Komposition: Bernd Alois Zimmermann „Musique pour les soupers du Roi Ubu” (1968) / Brigitta Muntendorf “Sechs Stimmungen, Diktatoren zu versetzen” (2018/19)

Gefördert durch: die Kulturstiftung des Bundes, Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, RheinEnergieStiftung Kultur, Kulturamt der Stadt Köln

Dieses Projekt ist Teil des Residenzprogramms schloss bröllin e.V., unterstützt durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Fotos: La French Focale, Sandy Korzekwa