SALON

Diskurs, Performance, Musik

09. SEPT 2021
SALON ‚HELLO TO EMPTINESS’, Orangerie Theater


Als Auftakt für das aktuell entstehende performative Konzert „Hello to Emptiness“ zu Klagegesängen und Trauerritualen, blicken wir auf die lange Tradition der griechischen Miroloi. Einen Tag lang widmen wir uns gesellschaftlicher Verletzlichkeit und unserem Umgang mit Trauer.


WORKSHOP
Performing Mourning: how to dialogue with those who are absent
15 – 18 Uhr I Orangerie Theater
Veranstaltung findet in englischer Sprache statt

Der belgische Tanzdramaturg Guy Cools beschäftigt sich in seiner Forschung mit Klageliedern, den griechischen Miroloi: Wie kann diese noch heute lebendige Tradition als Vorlage dienen, um zeitgenössische Kunstpraktiken, die sich mit Trauern und Trauern auseinandersetzen, zu betrachten?
Hierzu bietet er einen Workshop im kreativen Schreiben an.
Die mündliche Tradition der Miroloi wird nicht nur zum Trauern verwendet. Dieselben, improvisierten Lieder werden auch im Kontext von Hochzeiten – zum Abschied der Braut, die ihre Familie verlässt – oder zum Dialog mit denen, die sich im Exil befinden, eingesetzt. Sie sind von Natur aus theatralisch und dramatisch: Eine Witwe spricht zu ihrem Mann, eine Mutter zu ihrer Tochter, ein Leichnam zu seinem eigenen ‘müden Körper’.
Im Workshop werden wir die Struktur der griechischen Klagelieder erkunden, um mit den Abwesenden in unserem eigenen Leben in Dialog zu treten. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, jemanden oder etwas zu wählen, das in ihrem eigenen Leben abwesend ist, und ein Objekt mitzubringen, das in Bezug auf diese Abwesenheit bedeutsam ist.
Die Teilnahme ist kostenlos I Anmeldung unter: info@mouvoir.de
Für: Alle Interessierten mit oder ohne Vorkenntnisse/n.

LECTURE, TALK & CONCERT
Hello to Emptiness
20 Uhr I Orangerie Theater
Eintritt frei; Veranstalter findet in englischer Sprache statt
In seiner Lecture Performance “Pustiá kai Ololygmós. Selections from the Occult Songs of the Greek People” geht Autor und Wissenschaftler Marios Chatziprokopiou anhand griechischer Klagelieder und eines unveröffentlichten Archivs der Frage nach queerer Trauer und Begehren nach.
Nach der intensiven Arbeit im Workshop hält Dramaturg Guy Cools auf der Grundlage seines neu erschienenen Buchs „Performing Mourning: Laments in Contemporary Art“ (2021) einen Vortrag zur Kontextualität von Klageliedern.
Es folgt eine Diskussion über zeitgenössischen und traditionellen Umgang mit Tod und Trauer in der Kunst und im musikalischen und theatralen Bereich. Das Gespräch führen Mariana Sadovska (Sängerin, Komponistin, Schauspielerin – Ukraine), Martha Mavroidi (Sängerin, Laute-Spielerin, Komponistin – Griechenland) und Guy Cools (Tanzdramaturg – Belgien). Moderation: Stawrula Panagiotaki (Dramaturgin, Schauspiel Köln).
Zum Abschluss verdichtet die griechische Ausnahmesängerin Martha Mavroidi in Begleitung ihrer Band polyphonen Gesang zu einem intimen Konzert.

Unser „SALON ‚HELLO TO EMPTINESS’ wird gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Köln.

10. OKT 2020, 19.30 Uhr
URBÄNG! Festival, Orangerie Theater

FEMALE GAZE? Eine queer-feministische Zusammenkunft

SALON in Kooperation mit dem Ensemblenetzwerk Freihandelszone und im Rahmen des URBÄNG! Festivals

19.30 • FIGURED Sheena McGrandles

Eine Wand, ein Beat, ein Knistern, Pochen, Warten, Erwarten. Ist das ein Auftritt? Ist das ein Blick, ein Zucken? Zwei Figuren beginnen eine diskontinuierliche Reise entlang dieser Wand, sie tauchen auf und verschwinden wieder, sie nähern sich einander, verharren, schieben sich vorwärts, rückwärts. Cut. Repeat. Die Körper formieren sich, wie von selbst, in Posen und Gesten des Begehrens, Sichannäherns und Fliehens, sie wecken Erinnerungen an lang vergangene schwüle Nachmittage im dämmrigen Park… oder auch ganz andere Orte und Zeiten. Beständig entstehen in der Wiederholung kleinster Bewegungen, in feinen Rhythmisierungen neue Bilder und Beziehungen, Stimmungen und Spannungen. Repetitive Bewegungsmuster entfalten eine eigene Narration des Obsessiven. Die Berliner Choreographin Sheena McGrandles performt mit Annegret Schalke zum Live-Sound aus Field-Recordings von Stellan Veloce.

Konzept & Regie: Sheena McGrandles / Performerinnen: Sheena McGrandles, Annegret Schalke / Sound: Stellan Veloce / Lichtdesign: Annegret Schalke / Bühne: Sheena McGrandles / Licht: Elliott Cennetoglu / Outside eye: Zinzi Buchanan, Thomas Schaupp / Tourmanager: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

20.15 • DRAG MYTHOLOGIES: Part IV Cupcake @queenofvirginity

Die mehrfach preisgekrönte genderfluide Drag Queen Cupcake mit Wurzeln in Beirut und seit 2017 based in Berlin, reist aus der Hauptstadt an – im Gepäck eine Performanceintervention, eigens konzipiert für die Orangerie. Mind your gaze!

Performance und Konzept: Hassan Dib aka Cupcake

20.30 • FEMINA SAGA (Ausschnitt, Preview) Marie-Zoe Buchholz

Rebellisch und laut, provokant und hyperfeminin gibt die Düsseldorfer Performance-Künstlerin Marie-Zoe Buchholz eine queere, feministische Antwort auf Sexismus, Patriarchat und den männlichen Blick. In einem Ausschnitt ihrer ersten abendfüllenden Solo-Performance FEMINA SAGA vereint sie Voguing, Poetry, Kostüm und Gesang und erzählt Geschichte aus weiblicher Perspektive.

Künstlerische Leitung, Performance: Marie-Zoe Buchholz / Produktionsleitung: Teresa Zschernig / Choreographische Assistenz: Eray Gülay / Outside eye: Stephanie Thiersch / Musikalische Leitung: Isabella Forster / Kostümdesign: Sergio Abajur / Technische Leitung, Lichtdesign: Julia de Werth / Videographie: Ramona Buschaus, Erwin Atienza / Fotografie: Eva Berten

21:00 • GESPRÄCH

Diskussion für alle mit allen und Gästen
Mit: Marie-Zoe Buchholz, Hassan Dib aka Cupcake und Prof. Dr. Susanne Spindler, Sheena McGrandles / Moderation: Anna Volkland

Die Performances des Abends stellen auf ganz unterschiedliche Weise Fragen danach, wer auf wen schaut, wer sich welche Gesten aneignet und sie als männlich oder weiblich ausgibt – oder uneindeutig mit ihnen spielt. Wer begehrt, wer empfindet nach, wer stellt aus und kritisiert, wer fordert ein und fordert heraus? Das Publikum ist eingeladen, mit den Künstler*innen sowie der u.a. zu Männlichkeitsbildern im Migrationskontext forschenden Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Spindler (Hochschule Düsseldorf) zu sprechen. Trotz ganz verschiedener Erfahrungen wollen wir queere Verbindungen entdecken und mit allen Anwesenden solidarische Differenzen diskutieren.

Kuratiert in Zusammenarbeit mit Anna Volkland.

FEMALE GAZE? findet im Rahmen des Projekts GASTGEBERSCHAFT Tanzpakt Stadt-Land-Bund statt. Stephanie Thiersch und MOUVOIR laden Künstler*innen jedweden Geschlechts ein, Einsichten, Aussichten und Absichten feministischer Kunst zu zeigen.

_______________________________________________________________________________

7. OKT 2020, 18.30 Uhr
URBÄNG! Festival

GASTGEBERSCHAFT präsentiert: make a move collective – Positive Anschläge
Performative Aktionen im öffentlichen Raum. Eintritt frei!

Das make a move collective inszeniert Choreographien auf der Schwelle von zeitgenössischem Tanz und Parkour, die sich entlang einer Route durch den Stadtraum ziehen und ebenso plötzlich wieder verschwinden wie sie entstehen: POSITIVE ANSCHLÄGE, die zum Nachdenken anregen, wie unvoreingenommen wir eigentlich unseren alltäglichen Wegen durch den urbanen Raum folgen. Ausschnitte der performativen Arbeit laden ein, genau hinzusehen, die Umgebung und Architektur aus einer anderen Perspektive zu erfahren und dadurch selbst in Bewegung zu kommen. Eine alternative Betrachtung des städtischen Raums als kreative Belebung.

Die GASTGEBERSCHAFT Tanzpakt Stadt-Land-Bund zeigt Ausschnitte der Stadtraum-Recherche MOUV#on in Kollaboration mit dem make a move collective.

________________________________________________________________________________

11. OKT 2019, 19.30 Uhr
URBÄNG! Festival, Orangerie – Theater im Volksgarten

FEMALE GAZE? Eine feministische Zusammenkunft

SALON in Kooperation mit dem Ensemblenetzwerk Freihandelszone und im Rahmen des URBÄNG! Festivals

19.30 • VELVET Claire Vivianne Sobottke

Claire Vivianne Sobottkes neues Solo „Velvet“ breitet sich in einem Miniaturgarten aus. Die Berliner Choreografin schafft zur Musik von Tian Rotteveel eine Reihe sich ständig verändernder Portraits, mit denen sie Normen des Sehens und Denkens herausfordert. Unter einem elektronischen Symphoniegewitter entsteht ein irisierendes, irritierendes Subjekt, das sich eindeutigen Zuschreibungen entzieht. In „Velvet“ untersucht Sobottke Konzepte des Weiblichen und deren Verkörperungen zwischen erdverbundener Nacktheit und radikaler Einsamkeit. Atemlose Körperlichkeit und potentiell gewaltvolle Bilder lösen sich in poetischer Behutsamkeit auf. Kompromisslos erzählt Sobottke von nicht kategorisierbarer Erotik, wilder Unabhängigkeit und der Solidarität mit Nicht-Menschlichem und Abgründigem.

20.30 • KONZERT ANGELICA SUMMER

Angelica Summer ist eine LGBTQ+ Singer-Songwriterin und Performancekünstlerin aus Bulgarien. Als Pionierin der queer culture in Sofias Underground Szene, spürt sie in ihren Texten den Themen Gender und Sexualität in politischen und sozialkritischen Kontexten nach. Für URBÄNG! kreirt sie im Spiel mit verschiedenen Genres einen Sound, der sich zwischen Electronic, Jazz, Ambient und Alternative bewegt und die Grenzen zwischen Genderidentitäten und Stereotypen verwischt.

21:00 • GESPRÄCH

„Der weibliche Blick ist für mich eine offene Frage“, meint die Künstlerin Claire Vivianne Sobottke. Im Rahmen von „FEMALE GAZE?“ ist das Publikum nach der Vorstellung von „Velvet“ zu einem weiterführenden Gespräch eingeladen: Claire Vivianne Sobottke und ihr langjähriger Kollaborateur, der Komponist und Choreograf Tian Rotteveel, sprechen gemeinsam mit der Dramaturgin Maja Zimmermann über (künstlerisches) Begehren aus feministischer Perspektive, jenseits gängiger Kategorien des Weiblichen oder Männlichen. Gibt es explizit weibliche Perspektiven auf Erotik und Sexualität und wie sehen diese aus? Können das Poetische und Irrationale Räume öffnen, um über Verkörperungen nachzudenken und bestehende Normierungen in Frage zu stellen?

Kuratiert in Zusammenarbeit mit Maja Zimmermann.

________________________________________________________________________________

30. MAI 2019, 14.00 – 19.00 Uhr
Schauspiel Köln, Depot

COLOURS OF COLLABORATION

SALON in Kooperation mit dem Schauspiel Köln und im Rahmen des TRANSLOCAL. Festival postkolonialer Perspektiven

14.00-15.30 • VOGUING WORKSHOP

Georgina Leo Melody ist die Gründerin des House of Melody in Berlin und eine Pionierin des Voguing. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, diesen Tanzstil in Deutschland zu etablieren und bringt ihn nun nach Köln. Für Anfänger*innen und Interessierte mit tänzerischen Vorkenntnissen.
Die Teilnahme ist begrenzt: Anmeldung unter 0221 – 221 28400

16.00-17.30 • COLOURS OF COLLABORATIONPANEL

Auf dem Panel werden Fragen nach fortbestehenden, kolonialen Verstrickungen im künstlerischen Feld und den unterschiedlichen Erfahrungen von Ausschluss untersucht. Mit den eingeladenen Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen suchen wir nach Möglichkeiten einer solidarischen Praxis der Kollaboration. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der künstlerischen Arbeit in kolonialen und neokolonialen Settings, Körpern und ihren Verflechtungen zwischen Gender, Feminismus und strukturellem Rassismus.

GASTGEBERIN UND MODERATION: MAHRET IFEOMA KUPKA
(KURATORIN, FRANKFURT) • ELSA M’BALA (SOCIAL WORKERIN / SOUND ARTIST / MUSIKERIN, YAOUNDÉ, BERLIN) • MITHU SANYAL (KULTURWISSENSCHAFTLERIN / JOURNALISTIN / AUTORIN, DÜSSELDORF) • ROBYN ORLIN (CHOREOGRAFIN, JOHANNESBURG, BERLIN)

17.30-18.00 • SOUNDPERFORMANCE ELSA M’BALA

Elsa M‘Bala verbindet digitale Sounds mit field recordings aus ihren Heimatländern Deutschland und Kamerun. Über die Tonaufnahmen bringt sie marginalisierte Stimmen und Körper,Fragen nach Identität und alternativen Geschichtsschreibungen zusammen. Mit ihren Live-Performances war sie u. a. zu Gast bei im*possible bodies #2 (Künstlerhaus Mousonturm) und der 10.Berlin Biennale.

18.00-19.30 • TISCHGESPRÄCHE UND GEMEINSAMES ESSEN

Während sich über Gender, Postkolonialismus und künstlerische Positionen ausgetauscht werden kann, wird zum Abschluss des Salons gemeinsam im Foyer gegessen.

________________________________________________________________________________

02. APRIL 2019, 19:00 Uhr
tanzhaus nrw, Düsseldorf

RESONATING COLLABORATIONS

Offene Probe „Bilderschlachten / Batailles d’Images“ + SALON
Gespräch mit Brigitta Muntendorf (Komponistin), Prof. Dr. Gerald Siegmund (Universität Gießen), Benjamin Shwartz (Dirigent Les Siécles), Barbara Streil (Asasello Quartett), Stephanie Thiersch (MOUVOIR)

„Bilderschlachten/Batailles d’Images“, die neue Produktion von MOUVOIR/Stephanie Thiersch, entsteht in Zusammenarbeit mit der Komponistin Brigitta Muntendorf, dem Asasello Quartett, dem französischen Spitzenorchester Les Siècles und 8 Tänzer*innen. Welche neuen (poetischen) Perspektiven und künstlerischen Risiken ergeben sich in der kollaborativen Praxis? Wie schaffen wir RESONANZRÄUME und finden Resonanz im anderen Genre und was erzählt das über unsere Beziehungen zur Welt.

Im Anschluss an eine offene Probe, sprechen der Theaterwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Siegmund und die Künstler*innen über die Kraft der Kollaboration. Die Durchdringung der einzelnen Genre in der entgrenzten, geteilten künstlerischen Praxis steht dabei im Fokus des Abends.

________________________________________________________________________________

FEMALE GAZE? Eine feministische Zusammenkunft
SALON

Performances, Gespräch und DJ-Set
Mit: Antje Prust (DE), Sorour Darabi (IR/FR), Mary Ocher (IS/DE/RU), Akiko Ahrendt (DE)

Im Rahmen des URBÄNG! Festivals laden wir KünstlerInnen jedweden Geschlechts ein, Einsichten, Aussichten und Absichten feministischer Kunst zu zeigen oder zu verstecken. Kuratiert in Zusammenarbeit mit Felizitas Stilleke.

12. Oktober 2018, 19.30 Uhr
ORANGERIE Theater im Volksgarten, Köln

________________________________________________________________________________

11. September 2018 PALAIS TEMPORÄR
dezentrale, Rudolfplatz Köln

SALON

In Kollaboration mit ANGIE HIESL PRODUKTION, DRAMA KÖLN und SEE!, der TH Köln, ArchitektInnen und Kulturschaffenden baut MOUVOIR/Stephanie Thiersch das PALAIS TEMPORÄR: einen mobilen, temporären Performance-Raum für Köln.

Teil 1 ab 15.00 Uhr: TRY&SUCCEED – 400 Füße, 400 Augen, 400 Hände tragen die Hülle des Palastes. Rudolfplatz, Köln
Teil 2 ab 18.00 Uhr: DURATIONAL TALKS – Offene Diskussion mit Impulsen von Madhusree Dutta (Akademie der Künste der Welt), Bettina Masuch (tanzhaus nrw), Stefanie Klingemann u.a. Ausstellung ‘pavilion for performing arts’: ArchitekturstudentInnen der TH Köln Hohenzollernsaal, Steigenberger Hotel Köln