Kompanie

Authentisch wie experimentell verhandeln die vielschichtigen Inszenierungen von MOUVOIR die wesentlichen Bereiche unseres modernen Lebens. Als kompromisslose Beobachterin seziert Stephanie Thiersch mit MOUVOIR ihre Umwelt: Popkultur, Philosophie und Bildende Kunst sind ihre Werkzeuge. Thierschs Interesse an körperlichen und seelischen Zuständen, die nicht eindeutig fassbar sind, die Schieflagen des Menschen, färben ihren Stil.

“Die Arbeiten von Stephanie Thiersch suchen die Konfrontation mit anderen Medien und bleiben doch in ihrem Kern Tanzstücke. Das Interesse der Choreografin richtet sich stets auf den Körper im Prozess der Transformation und des Übergangs. Thierschs Körper changieren nicht nur zwischen ihren unterschiedlichen medialen Repräsentationen, sondern verkörpern auch heterogene emotionale Zustände. Die Konfrontation der Kontexte ist nicht nur eine der verschiedenen Kunstformen und Medien. Wie in der Begegnung mit Afrika in As/If (We Would Be) ist sie auch eine der Kulturen, deren fremde Gesten das Eigene mit einem fremden Blick belegen. In Bronze by Gold bewegen sich die Musikerinnen und Musiker des Asasello-Streichquartetts zusammen mit den sieben Tänzerinnen und Tänzern im Raum, wobei die heftige Bewegung der Musik derart in ihre Körper übergeht und sie zur physischen Erschöpfung treibt. Das Stück konfrontiert unsere westliche Party-Kultur mit dem von uns bisher nur zu erahnenden Schrecken des Terrors und des Todes. Ohne dass wir es zunächst bemerkten, hören sich die gescratchten Töne des belgischen DJs plötzlich an wie Gewehrsalven, die verzückten Posen der Tänzerinnen und Tänzer verwandeln sich in unserem Blick zu Hilfeschreien. Sie sind weder das eine noch das andere. Stephanie Thiersch hält extreme Zustände in der Schwebe, wagt den Spagat zwischen Kontexten und fordert uns dazu auf, uns in den Zwischenräumen zu verhalten.”

(Gerald Siegmund, Katalog Tanzplattform 2016)

Foto: Karsten Thormaehlen

Leute

Stephanie Thiersch, Isack Peter Abeneko, Fabien Almakiewicz, Mathieu Antajan, Tim Behren, Béla Bisom, Judith Bwire, Matteo Ceccarelli, Guy Cools, Jasper Diekamp, Dj Elephant Power, Viviana Escalé, Marika Gangemi, Karolin Henze, Inés Hernandez, Annamari Keskinen, Moo Kim, Rostislav Kozhevnikov, Mu-Yi Kuo, I-Fen Lin, Colas Lucot, Alexandra Naudet, Michele Meloni, Holger Mertin, Niko Moddenborg, Teemu Myöhänen, Tommy Noonan, Kingsley Odiaka, Chang Ik Oh, Kepha Oiro, Juliette Omolo, Florian Patschovsky, Marcela Ruiz Quintero, Martin Rottenkolber, Rui Silveira, Anton Skrzypiciel, Justyna Śliwa, Camille Revol, Valenti Rocamora i Torà, Sabine Schneider, Barbara Streil, Joseph Suchy, Anna Volkland, Wolfgang Zamastil

Dossier für Veranstalter:

Für weitere Informationen fragen Sie gern unser Dossier an >

Förderer

MOUVOIR/Stephanie Thiersch wird gefördert durch

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport

Kulturamt der Stadt Köln